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Erläuterung zum Indikator Masern

Neuerkrankungen an Masern im Land Brandenburg

Hintergrund

Die Masern gehören zu den ansteckendsten virusbedingten Infektionskrankheiten. Sie sind weltweit verbreitet und werden nur durch infizierte oder erkrankte Menschen übertragen. Masern können durch Tröpfchen bzw. Tröpfchenkerne (aerogen) sowie durch Kontakt mit infektiösen Sekreten übertragen werden. Die Inkubationszeit beträgt 8-10 Tage, etwa 3-4 Tage später tritt der Hautausschlag auf. Eine Ansteckungsfähigkeit besteht 5 Tage vor dem Auftreten des Hautausschlages und hält etwa 9 Tage an. Die Erkrankung verläuft zweiphasig und beginnt meist mit hohem Fieber, Schnupfen, Konjunktivitis und Husten. Typisch sind die Koplikschen Flecken auf der Mundschleimhaut im Bereich der Wangenschleimhaut sowie der später auftretende makulopapulöse Hautausschlag. Die Infektion bewirkt eine Immunschwäche von etwa 6 Wochen Dauer. Bakterielle Superinfektionen können die Folge sein, am häufigsten Mittelohrentzündungen, Bronchitiden, Lungenentzündungen und Durchfälle. Die Masernenzephalitis, eine besonders schwere Komplikation, tritt bei jedem 1.000sten Erkrankten auf. Sie kann zu einer dauerhaften Schädigung des Gehirns führen (20-30 %) und verläuft für 10 bis 20% der Patienten tödlich. Nach einer Masernerkrankung besteht eine lebenslange Immunität [1].

Prävention

Die effektivste Schutzmaßnahme ist die hochwirksame, zweimalige Masernimpfung.

Eliminierung

Die Eliminierung der Masern und Röteln in Europa bis 2015 war erklärtes Ziel der Weltgesundheitsorganisation [2]. Bund und Länder streben nun die Elimination in Deutschland für das Jahr 2020 an [3]. Masern können eliminiert werden, wenn mindestens 95 % der Bevölkerung zwei Impfungen erhalten haben. Die WHO hat als weiteren Indikator  für die Masern-Elimination in der Region Europa eine Masern-Neuerkrankungsrate von weniger als 1 Fall je 1.000.000 Einwohner festgesetzt. Deutschland gehört noch immer zu den europäischen Ländern, in denen die Impfraten regional unzureichend sind. Es kommt immer wieder zu kleinräumigen Ausbrüchen.

Meldepflicht

Für Masern besteht auf dem Gebiet des Landes Brandenburg seit 1966 eine Meldepflicht. Mit Inkrafttreten des Infektionsschutzgesetzes am 01.01.2001 gilt die bundesweite Meldepflicht. Im vorliegenden Indikator werden Masern-Erkrankungen bei Kindern und Erwachsenen erfasst.

Güte der Daten

Die Güte der Daten ist gekennzeichnet durch eine standardisierte Dokumentation nach den aktuellen Falldefinitionen des Robert Koch-Instituts zur Übermittlung von Erkrankungs- oder Todesfällen und Nachweisen von Krankheitserregern.

Die Vollständigkeit der Meldedaten wird unter anderem durch die Meldedisziplin der ambulant oder stationär behandelnden Ärzte und der labordiagnostischen Einrichtungen beeinflusst.

Es ist von einer vergleichsweise guten Datenqualität für Masern im Land Brandenburg auszugehen. Masern unterliegen im Land Brandenburg der Einzelfallkontrolle: Jede gemeldete Erkrankung wird mit dem Gesundheitsamt abgeklärt. Zudem wird für jeden Fall eine labordiagnostische Absicherung über das entsprechende Nationale Referenzzentrum angestrebt.

Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Zahl der tatsächlichen Erkrankungen höher ist, da einerseits ein Teil der Erkrankten nicht vom Arzt behandelt wird und andererseits nicht jede ärztlich behandelte Erkrankung zur Meldung kommt [1, 4].

Die Fallzahlen für Neuerkrankungen an Masern sind auf Landes- und Kreisebene gering, so dass die Inzidenz stark von Zufallsschwankungen abhängig ist.

Datenhalter

Abteilung für Infektionsepidemiologie des Robert Koch-Instituts

Abteilung Gesundheit des Landesamtes für Arbeitsschutz ,Verbraucherschutz und Gesundheit  Brandenburg

Datenquelle

Statistik der meldepflichtigen Krankheiten

Periodizität

Jährlich

Erläuterung zum Indikator

Die Fallzählung von Masern-Neuerkrankungen erfolgt nach den vom Robert Koch-Institut festgelegten Referenzdefinitionen, die sowohl das klinische Bild, den labordiagnostischen Nachweis als auch die epidemiologische Bestätigung berücksichtigen. Daten liegen bis auf Ebene der Kreise und kreisfreien Städte vor. Im vorliegenden Indikator werden Masernerkrankungen nach dem Wohnort des Erkrankten ausgewiesen.

Grundlage für die Inzidenzberechnung ist die von den Statistischen Landesämtern bekannt gegebene, aktuellste Stichtagsbevölkerung (üblicherweise die Stichtagsbevölkerung zum 31.12. des jeweiligen Vorjahres). Durch den Bezug auf die Anzahl der Einwohner in der jeweiligen Altersgruppe wird auch bei alters- spezifischen Vergleichen die demografische Verteilung berücksichtigt.

Es handelt sich um einen Ergebnisindikator.

Vergleichbarkeit

Dieser Indikator ist vergleichbar mit dem Indikator 3.59 AOLG (2003) der Länder (Meldepflichtige Infektionskrankheiten nach dem Infektionsschutzgesetz nach Geschlecht, Land, Jahr).

Vergleichbar mit dem WHO-Indikator 2080 050111 Measles incidence per 100.000 population. Vergleichbar mit dem EU-Indikator (ECHI) Incidence of communicable diseases in vaccination schemes. Nicht vergleichbar mit OECD-Indikatoren.

 

Quellen

  1. Robert      Koch-Institut (2014) Masern. Ratgeber für Ärzte. Aktualisierte Fassung vom      Mai 2014. Abrufbar unter: www.rki.de      > Infektionsschutz > RKI-Ratgeber für Ärzte >Masern
  2. World Health      Organization (WHO) (2014). European Vaccine Action Plan 2015-2020. URL: http://www.euro.who.int/en/health-topics/disease-prevention/vaccines-and-immunization/publications/2014/european-vaccine-action-plan-20152020-2014
  3. Bundesministerium      für Gesundheit (2015): Nationaler Aktionsplan 2015-2020 zur Elimination      der Masern und Röteln in Deutschland. Hintergründe, Ziele und Strategien.      Abrufbar unter: https://www.bundesregierung.de/Content/Infomaterial/BMG/_2746.html.
  4. Mette A et      al. (2011) Untererfassung von Masern. Eine Evaluation basierend auf Daten      von Nordrhein-Westfalen. Deutsches Ärzteblatt 106 (12):191-196 

Links

Impfstatus Kleinkinder

Impfstatus Einschüler

Impfstatus Zehntklässler


Letzte Aktualisierung: 28.02.2019

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