Allgemein

Gesundheitsberichte

Gesundheitsmonitoring

Influenza

Werkzeuge
Service

Erläuterung zum Indikator Lyme-Borreliose

Hintergrund

Die Lyme-Borreliose ist die häufigste durch Zecken übertragene Infektionskrankheit in Europa. Deutschland zählt zu den Hochendemiegebieten [1]. Die Lyme-Borreliose wird durch spiralförmige Bakterien der Gattung Borrelia burgdorferi sensu lato verursacht. Diese werden durch den Stich infizierter Schildzecken, in Europa vorrangig Ixodes ricinus (Holzbock), übertragen.

Die Krankheit kann in mehreren Stadien verlaufen. Die häufigste Erstmanifestation ist das Erythema migrans. Diese kreisförmige Hautrötung stellt ein typisches Frühzeichen der Borreliose-Infektion dar, welches meist wieder verschwindet. Gelenkveränderungen und neurologische Symptome können ebenfalls zu den frühen Manifestationen gehören.

Die Borreliose-Infektion kann jedoch auch in eine chronische Form übergehen. Es dominieren dann Gelenkentzündungen (Arthritiden), fortschreitende neurologische Symptome oder Hautveränderungen. Eine antibiotische Behandlung ist bei rechtzeitiger Diagnose gut wirksam.

Prävention

Grundlage der Prävention ist die Vermeidung von Zeckenbefall durch entsprechende Schutzmaßnahmen bzw. die sofortige Entfernung von bereits saugenden Zecken. Weitere Informationen über die Risiken der Übertragung und vorbeugende Maßnahmen sind zu finden unter www.borreliose-initiative-berlin-brandenburg.de.

Aktive und passive Impfstoffe stehen bisher für Europa nicht zur Verfügung.

Güte der Daten

Die Güte der Daten ist gekennzeichnet durch eine standardisierte Dokumentation nach den Falldefinitionen des Robert Koch-Instituts zur Übermittlung von Erkrankungs- oder Todesfällen und Nachweisen von Krankheitserregern, die nach Landesverordnungen meldepflichtig sind [2].

Es erfolgt eine Qualitätskontrolle durch die Abteilung Gesundheit des LUGV. Bis zum 31.05.2007 wurden alle Lyme-Borreliose-Meldungen an das Landesgesundheitsamt übermittelt. Seit 01.06.2007 erfolgt auf Landesebene die Fallzählung und umfassende Qualitätskontrolle strikt nach den vom Robert Koch-Institut festgelegten Referenzdefinitionen, die sowohl das klinische Bild als auch den labordiagnostischen Nachweis berücksichtigen.

Die Vollständigkeit der Meldedaten wird u. a. durch die Meldedisziplin der ambulant oder stationär behandelnden Ärztinnen und Ärzte sowie der labordiagnostischen Einrichtungen beeinflusst.

Datenhalter

Abteilung für Infektionsepidemiologie des Robert Koch-Instituts

LAVG Brandenburg

Datenquelle

Statistik der meldepflichtigen Krankheiten

Periodizität

Jährlich

Erläuterung zum Indikator

Lyme-Borreliose ist im Land Brandenburg seit 1996 meldepflichtig und fällt seit November 2001 unter die erweiterte Meldeverordnung des Landes [3]. Neben den neuen Bundesländern und Berlin, haben seit 2010 auch das Saarland und Rheinland-Pfalz sowie seit 2013 Bayern die Möglichkeit des Infektionsschutzgesetzes genutzt, die Meldepflicht über die im § 6 IfSG aufgeführten Krankheiten und im § 7 IfSG aufgeführten Krankheitserreger hinaus zu erweitern. Die Gesamtinzidenzen der östlichen und die Einzelinzidenzen der westlichen Länder mit Meldepflicht (ohne Bayern, da bis dato keine Meldungen vorhanden sind)) werden zum Vergleich herangezogen. In die Inzidenzberechnung der Zeitreihe gehen nur die östlichen Bundesländer (Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen) mit ein.

Daten liegen bis auf Kreisebene vor [4]. Im vorliegenden Indikator werden Neuerkrankungen an Lyme-Borreliose nach dem Wohnort des Erkrankten ausgewiesen.

Grundlage für die Inzidenzberechnung ist die von den Statistischen Landesämtern bekannt gegebene Stichtagsbevölkerung zum 31.12. des Vorjahres. Durch den Bezug auf die Anzahl der Einwohner in der jeweiligen Altersgruppe wird auch bei altersspezifischen Vergleichen die demografische Verteilung berücksichtigt.

Es handelt sich um einen Ergebnisindikator.

Vergleichbarkeit

Keine Vergleichbarkeit mit WHO-, OECD- oder EU-Indikatoren

Quellen

  1. Poggensee G et al.,Lyme-Borreliose: Forschungsbedarf und Forschungsansätze, Ergebnisse eines interdisziplinären Expertentreffens am Robert Koch-Institut, Bundesgesundheitsbl-Gesundheitsforsch-Gesundheitsschutz 2008.51:1329
  2. RKI (2009) Krankheiten, für die gemäß Landesverordnung eine erweiterte Meldepflicht zusätzlich zum IfSG besteht (Stand 2009) Epidemiologisches Bulletin 5: 47-48
  3. Verordnung über die Erweiterung der Meldepflicht für Infektionskrankheiten (InfKrankMV) vom 23. Januar 2009 (GVBl.II/09, [Nr. 05], S.83)
  4. Abteilung für Infektionsepidemiologie des Robert Koch-Instituts: SurvStat@RKI 2.0, https://survstat.rki.de

Dokumentationsstand

23.02.2015, Abteilung Gesundheit im Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz

 


Letzte Aktualisierung: 28.02.2019

© Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit